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Wettbewerb

Wer am Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court teilnimmt, tut dies in der Regel nicht, um lediglich einen Schein zu erschlagen. Denn dieser Moot Court ist mehr. Er ist, neben dem Staatsexamen, sicherlich die größte Herausforderung, der sich Jurastudierende stellen können.

Was macht den Vis Moot so besonders?

Zwei Teilnehmer der Universität Hannover

Angefangen hat alles im Jahr 1993. Gemeinsam mit der UNICITRAL (United Nations Comission on International Trade Law) plante die New Yorker Pace University einen Moot Court, welcher Studierenden aus der ganzen Welt die Möglichkeit eröffnen sollte, anhand eines fiktiven Falls verschiedene Phasen eines internationalen Schiedsverfahrens durchzuspielen. Um diesem Anspruch Rechnung tragen zu können und den Vis Moot nicht zu einer rein amerikanischen Veranstaltung zu machen, wählte man als Austragungsort die österreichische Hauptstadt Wien. Die Rechnung ging auf. Nahmen am ersten Durchgang 1993/1994 lediglich Teams von 11 Universitäten aus 9 Ländern teil, stellten sich beim 13. Vis Moot 2006/2007 bereits 177 Universitäten aus 51 Ländern dieser Herausforderung. So ist der Vis Moot im Bereich des Zivilrechts sicherlich der prestigeträchtigste und international anerkannteste Hochschulwettbewerb. 

Warum ist der Vis Moot so erfolgreich?

Feierliche Eröffnung in Wien

Fragt man Prof. Eric Bergsten, den Direktor, so ist dies ganz einfach zu beantworten. Ein anspruchsvoller und bis in das letzte Detail durchdachter Fall verlangt den Teams ein hohes Maß an Engagement und Können ab, um diesen zu bewältigen. Heraus kommt eine Bearbeitung, die sich in ausgezeichneten Schriftsätzen und mündlichen Vorträgen niederschlägt, welche für einen studentischen Wettbewerb sicherlich einzigartig sind. Ein derartiges Niveau zieht dann wiederum hochkarätige Praktiker und Wissenschaftler an, welche aus der ganzen Welt und auf eigene Kosten anreisen, um die Studierenden zu bewerten, was wieder einen Anreiz für die Teilnehmer schafft, sich noch mehr anzustrengen und das Niveau weiter zu befördern. Wen dieses Fieber einmal gepackt hat, den lässt es so schnell nicht mehr los.

Was bringt mir der Vis Moot?

Der Willem C. Vis Moot Court ist also für all diejenigen Studierenden interessant, die über die Grenzen ihres normalen Studiums hinausblicken wollen und sich eine berufliche Zukunft mit internationaler Ausrichtung vorstellen können. Er bietet zudem die Möglichkeit, mit der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit eine zukunftsträchtige und stark nachgefragte Branche kennen zu lernen, die im regulären Studium so nicht vorkommt.

Er ist zudem eine sinnvolle Vorbereitung/Ergänzung zum Schwerpunktbereich 5 (Internationales und Europäisches Recht), da er thematisch die Bereiche Transnationales Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht, Internationales Zivilprozessrecht und zivilrechtliche Rechtsvergleichung behandelt. Da die einschlägigen Konventionen größtenteils ursprünglich dem Völkerecht entstammen, kommt auch dieser Bereich in Grundzügen vor.

Für die Teilnahme werden Leistungsnachweise für das ADVO-Z (Moot Court) sowie der Fremdsprachenachweis nach § 7 der Studienordnung und der Schlüsselqualifikationsnachweis nach § 9 der Studienordnung ausgestellt. Zudem erhalten alle Teilnehmer ein sog. "Freisemester", also die Möglichkeit, nach § 17 Nr. 4 NJAVO ein Studiensemester bei der Berechnung der Studienzeit für den Freiversuch nach § 18 NJAG unberücksichtigt zu lassen.