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Themenauswahl zu Internationalen Frauenvereinigungen

Der Kongress des Weltfrauenbundes 1904 in Berlin im Kontext der internationalen Frauenrechtskämpfe (Stufe 3)

Der dritte internationale Kongress des Weltfrauenbundes (International Council of Women), der im Juli 1904 in Berlin stattfand, ist in mehrfacher Hinsicht von besonderem Interesse. Erstens stand der Kongress im Zeichen der fast zeitgleich ebenfalls in Berlin erfolgten Gründung des Weltbundes für Frauenstimmrecht (International Women Suffrage Alliance), zweitens handelte es sich um den ersten auf deutschem Boden ausgerichteten internationalen Frauenkongress und drittens nahmen die Diskussionen zur Rechtsstellung der Frau in Sektion IV einen breiten Raum ein. Im Jahre 1904 waren bereits alle im Projekt untersuchten Länder auf dem Kongress vertreten. Auf Grundlage der Auswertung der Kongressprotokolle befasst sich der Beitrag nicht nur mit den spezifisch familienrechtlichen Diskussionen über die Ehewirkungen, das Ehegüterrecht, die elterliche Gewalt, die Vormundschaft und Stellung unehelicher Mütter und ihrer Kinder, sondern auch mit den besonders kontrovers geführten Diskussionen um die Arbeiterinnenschutzgesetzgebung und Sozialversicherung. Grund für die Kontroversen war die bis heute umstrittene Frage, ob und inwieweit sich die Forderungen nach Gleichberechtigung der Frauen nur durch eine partielle Privilegierung gegenüber den Männern erreichen lassen.

Der Bund Deutscher Frauenvereine als Teil der internationalen Frauenrechtsbewegung um 1900 (Stufe 3)

Der erst 1894 in der zweiten Phase der deutschen Frauenrechtsbewegung gegründete „Bund Deutscher Frauenvereine“ (BDF), der sowohl Dachverband aller deutschen Frauenrechtsvereine als auch Mitglied des „International Council of Women“ (ICW) war, wird zunächst daraufhin untersucht, welche personelle und organisatorische Rolle die deutschen Frauen bis 1914 im ICW spielten. Zentraler Gegenstand des Beitrags ist die Klärung der Frage, inwieweit die – insbesondere in Petitionen zum Bürgerlichen Gesetzbuch und zum Strafrecht formulierten – Reformforderungen des BDF durch die internationalen Frauenrechtsdiskurse sowie umgekehrt die Reformforderungen des ICW durch die von deutschen Frauenrechtlerinnen erhobenen Reformforderungen zum Zivilrecht bestimmt wurden.

'Die Stellung der Frau im Recht der Kulturstaaten‘ von 1912 – eine offizielle Bestandsaufnahme nebst Handlungsvorschlägen im Auftrag des International Council of Women (Stufe 3)

Die im Auftrag des International Council of Women in drei Sprachen erschienene und durch führende Frauenrechtlerinnen verfasste Schrift zur Stellung der Frau im zeitgenössischen „Recht der Kulturstaaten“, insbesondere Nordamerikas und Europas, stellt eine in dieser Form einmalige Momentaufnahme der einschlägigen Rechtslage und ihrer Bewertung durch die jeweiligen Vertreterinnen der nationalen Frauenrechtsbewegungen dar. Die Länderberichte zu Deutschland, England, den USA und den drei skandinavischen Ländern werden erstens daraufhin untersucht, welche unterschiedlichen und welche gemeinsamen Schwerpunkte die Verfasserinnen setzten bei der Darstellung der nationalen Rechtslage, bei der Formulierung des daraus abgeleiteten Reformbedarfs sowie bei der Einschätzung des Anteils der Frauenrechtsbewegungen an den bis zum Jahre 1912 bereits erfolgten Rechtsänderungen zur Verbesserung der Rechtsstellung der Frau. Zweitens wird analysiert, welche Rolle Nationalität, Nationalkultur, nationale Geschichte und Rasse einerseits zur Begründung nationaler Reformvorhaben, andererseits zur Legitimierung des geltenden Rechts spielten. Drittens werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Sichtweise der Frauenrechtlerinnen auf Interessengegensätze unter den Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus zurückgeführt und mögliche Gründe für die jeweiligen Sichtweisen erörtert.