• Zielgruppen
  • Suche
 

Themenauswahl zu Skandinavien

Reformen und Reformbewegungen im Familienrecht der skandinavischen Länder von der Französischen Revolution bis 1930 (Stufe 1)

Zwischen 1915 und 1930 wurden in Dänemark, Schweden und Norwegen tiefgreifende und zukunftsweisende Reformen des Familienrechts verwirklicht. Die Untersuchung geht in einem ersten Teil den bis zur Französischen Revolution zurückreichenden ideengeschichtlichen Gründen für die Reformen des Familien- und Erbrechts in den skandinavischen Ländern nach. Dabei werden neben der skandinavischen Frauenrechtsbewegung, die sich in Fragen der Sexualmoral eher mit konservativen Kräften verband, auch alle übrigen Akteure und vor allem diejenigen sozialen Faktoren in den Blick genommen, die für die skandinavischen Reformen von Bedeutung gewesen sein könnten. Auf dieser Grundlage wird in einem zweiten Teil der Untersuchung die Frage erörtert, warum in den skandinavischen Ländern die Verwirklichung von Reformen zur grundsätzlichen Gleichstellung von Mann und Frau im Ehegüterrecht, zum Recht der Ehescheidung und der unehelichen Kinder sowie zur Gleichbehandlung von männlichen und weiblichen Abkömmlingen im Erbrecht erheblich früher gelang als in anderen Ländern, in denen die nationalen Frauenrechtsorganisationen dieselben Forderungen erhoben hatten.

Die Vorreiterstellung Dänemarks bei der Reform des Ehegüterrechts im 19. Jahrhundert (Stufe 1)

Zwar kam es im Zuge der skandinavischen Reformgesetzgebung auch in Dänemark erst im Jahre 1925 zu einer vollständigen güterrechtlichen Gleichberechtigung von Ehemann und Ehefrau. Aber durch zwei aus dem Jahre 1880 und 1899 stammende Gesetze zur Reform des ehelichen Güterrechts war Dänemark selbst im Vergleich zu den übrigen skandinavischen Ländern lange Zeit Vorreiter bei der vermögensrechtlichen Gleichstellung von Ehefrau und Ehemann. Der Beitrag untersucht die bisher noch nicht erforschten Gründe für diese Entwicklung. Eine Forschungshypothese bildet die Vermutung, dass diese beiden Gesetze zur Reform des dänischen Ehegüterrechts ihre ideengeschichtliche Grundlage nicht in Forderungen der zeitgenössischen Frauenrechtsbewegung, sondern in der Rezeption des partiell frauenfreundlichen dänischen Landrechts, des „Danske Lov“ von 1683 haben.

Der nordische Juristentag an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als eine zukunftsweisende Form transnationaler Zusammenarbeit zur Reform des Familienrechts (Stufe 2)

Ausgehend von den bis 1930 in allen skandinavischen Ländern verwirklichten nationalen Reformen des Familienrechts untersucht der Beitrag die bis auf das Jahr 1872 zurückreichende Vorgeschichte der nationalen Gesetzgebungsakte. Im Vordergrund der Untersuchung steht dabei die in der Rechtsgeschichte bis dahin wohl einmalige Form der im Rahmen des nordischen Juristentags erfolgten Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Ländern mit dem Ziel der Vorbereitung einer inhaltlich harmonisierten nationalen Gesetzgebung im Bereich des Personen-, Ehe- und Erbrechts. Dabei soll auch geklärt werden, welche Rolle die ebenfalls eng miteinander kooperierenden nationalen Frauenrechtsorganisationen der betreffenden Länder bei der transnationalen Zusammenarbeit spielten.