• Zielgruppen
  • Suche
 

Themenauswahl zu Frankreich

Der Gehorsamsartikel im Code civil von 1804 (Stufe 1)

Artikel 213 des Code civil von 1804 ist als Schlüsselnorm des nachrevolutionären restaurativen französischen Familienrechts zu sehen. In ihr manifestiert sich die nicht zuletzt durch Napoléon Bonaparte selbst betriebene rechtliche Statuierung einer strengen Gehorsamspflicht der Ehefrau. Nach einer kurzen Unterbrechung in der Zeit der Französischen Revolution von 1789 verkörperte die Gehorsamspflicht wieder ein streng patriarchalisches Eheverständnis. Ungeachtet vereinzelter Reformbestrebungen und der seit der Julimonarchie nicht mehr verstummenden öffentlichen Diskussionen über Sinn und Unsinn einer Gehorsamspflicht der Ehefrau lag dem französischen Familienrecht dieses Eheverständnis bis weit in das 20. Jahrhundert hinein zugrunde. Der kaum zu überschätzenden gesellschaftspolitischen Rolle der in Artikel 213 Code civil ausdrücklich kodifizierten Gehorsamspflicht der Ehefrau steht die geringe juristische Relevanz dieser Bestimmung gegenüber. Dies zeigt die Auswertung von im Laufe des 19. Jahrhunderts ergangenen Urteilen französischer Gerichte sowie von zeitgenössischer Kommentarliteratur der französischen Rechtswissenschaft.

Das eheliche Güterrecht und die Geschäftsfähigkeit der Ehefrau in Frankreich zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert (Stufe 1)

Ausgangspunkt der Untersuchung zur vermögensrechtlichen Stellung der Ehefrau ist die nicht nur für das französische, sondern auch für das zeitgenössische deutsche Recht typische Unterscheidung zwischen der annähernd vollen Geschäftsfähigkeit der unverheirateten Frau und Witwe auf der einen Seite und der nahezu vollständigen Geschäftsunfähigkeit der Ehefrau auf der anderen Seite. Diese in Frankreich im Grundsatz bis 1938 geltende Rechtslage, die der Ehefrau vergleichbar einem unmündigen Kind weitgehend die Möglichkeit nahm, selbstständig am Rechtsverkehr teilzunehmen, bildete einen der zentralen Kritikpunkte der Frauenrechtsbewegung in Frankreich. Der Beitrag analysiert mit einem vergleichenden Blick auf Deutschland nicht nur die Argumente der französischen Frauenrechtsbewegung, sondern auch die Gegenargumente der Verfechter der damaligen Rechtslage.

Ungleiche Sanktionen nach Ehebruch von Frau und Mann im französischen Scheidungs- und Strafrecht nebst Kritik von Frauenseite (Stufe 1)

Ehebrecherische Männer wurden in Frankreich bis zur grundlegenden Reform des Scheidungsrechts im Jahre 1884, in den westrheinischen Provinzen Deutschlands sogar noch bis zur Verdrängung des Code civil durch das BGB im Jahre 1900, in markanter Weise gegenüber ehebrecherischen Frauen zivil- und strafrechtlich privilegiert. Untersucht werden im ersten Teil die rechts- und ideengeschichtlichen Gründe für die auch von den deutschen Partikularrechten stark abweichenden Regelungen, die ihr Vorbild im römischen Recht haben. Im zweiten Teil erfolgt eine Analyse der parlamentarischen Debatten im Vorfeld der französischen Scheidungsrechtsreform. Es soll untersucht werden, ob sich Einflüsse der nationalen, möglicherweise auch der internationalen Frauenrechtsbewegung auf die französischen Parlamentarier nachweisen lassen oder ob die Scheidungsrechtsreform auf anderen Ursachen beruhte.

Der erste internationale Frauenkongress in Paris (29.07.-09.08.1878) (Stufe 2)

Bei dem Frauenkongress von 1878, der im Anschluss an die Weltausstellung in Paris stattfand, handelt es sich um den wenigstens formell ersten internationalen Frauenrechtskongress in der Geschichte der Frauenrechtsbewegung überhaupt. Er wurde von den Gründern der „Ligue française pour le Droit des Femmes“, Léon Richer und Marie Desraimes, initiiert. In der Untersuchung geht es nicht nur um die auf dem Kongress erhobenen einzelnen Reformforderungen im Kontext der zeitgenössischen politischen Diskussionen in Frankreich, sondern auch um den auf dem Kongress erbittert ausgetragenen Grundsatzstreit, der in der Folge zur Trennung der französischen Frauenrechtsbewegung in zwei unterschiedliche Lager mit unterschiedlichen Reformforderungen führte.

Männliche Unterstützer der französischen Frauenrechtsbewegung (Stufe 2)

Die französische Frauenrechtsbewegung zeichnete sich wie die englische, aber anders als die deutsche Frauenrechtsbewegung dadurch aus, dass ein bemerkenswert hoher Anteil von Männern, häufig in etablierten und angesehenen Positionen, die Frauenrechtsbewegung unterstützte und inspirierte. Die Untersuchung geht den Gründen für die vergleichbare Situation in England und Frankreich sowie für die unterschiedliche Situation in Deutschland nach.