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Themenauswahl zu England

Breadwinners und Housekeepers (Stufe 1)

Diese Dissertation setzt sich mit dem englischen Ehegüterrecht des 19. Jahrhunderts auseinander. Indem die Arbeit die güterrechtliche Stellung der Frau differenziert nach Common Law, Equity und Gesetzesrecht auf dem Hintergrund der zeitgenössischen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse untersucht, trägt sie ganz wesentlich bei zur Schließung einer auch in der Fachliteratur bereits konstatierten Forschungslücke (vgl. nur Werner Schubert, Rezension zu „J.Lehmann, Die Ehefrau und ihr Vermögen“ in: SZ [GA] 125 [2008], S. 879, 881). Es wird deutlich, dass in England spätestens durch die gesetzliche Güterrechtsreform des „Married women’s property act“ von 1882 mit der frauenrechtsfeindlichen Tradition des Common Law gebrochen und ein System der Gütertrennung eingeführt wurde, auf das sich wenige Jahre später in der Entstehungsphase des BGB auch die deutsche Frauenrechtsbewegung – allerdings vergeblich – als Vorbild berufen sollte. Von diesem Befund ausgehend wird die Frage nach den möglichen ideengeschichtlichen, politischen und wirtschaftlichen Gründen für die Unterschiede in England und Deutschland erörtert.

Entwicklung des englischen Rechts des Kindesunterhalts im 19. und frühen 20. Jahrhundert (Stufe 1)

Ein Schwerpunkt der Untersuchung des Unterhaltsrechts nach der zwischen 1830 und 1914 in England geltenden Rechtslage liegt auf der strikten Unterscheidung zwischen ehelichen und unehelichen Kindern, die im Ergebnis dazu führte, dass bis weit in das 20. Jahrhundert hinein nur eine kleine Minderheit von Müttern unehelicher Kinder ausreichende Unterhaltszahlungen von den Kindesvätern erhielten. Einen zweiten Schwerpunkt bildet der „Matrimonial Causes Act“ von 1878, in dem – damals noch beschränkt auf verheiratete, getrennt lebende Mütter und deren eheliche Kinder – zwei Grundprinzipien festgelegt wurden, durch die sich das englische Recht des Kindesunterhalts vom deutschen bis heute unterscheidet. Zum einen können die englischen Gerichte den Barunterhalt für das Kind mit einem sehr weiten Ermessensspielraum festlegen, zum anderen wurde eine Barunterhaltspflicht der das Kind betreuenden Mutter eingeführt. Mit der Barunterhaltspflicht verbunden war die Notwendigkeit einer Monetarisierung des Pflege- und Betreuungsaufwands, die auch einmal zu den Forderungen von Vertreterinnen der frühen deutschen Frauenrechtsbewegung gehört hatte.

Die Entstehung der organisierten englischen Frauenbewegung und familienrechtliche Reformbestrebungen (Stufe 2)

Organisationsstrukturen, Handlungsformen, rechtliche Handlungsmöglichkeiten und politische Allianzen der englischen Frauenrechtsbewegung sind Gegenstand der Untersuchung zur frühen organisierten englischen Frauenrechtsbewegung. Ausgehend von deren Ursprüngen in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit nach der Bildung der „National Union of Women’s Suffrage Societies“ im Jahre 1897, dem Dachverband aller englischen Frauenrechtsorganisationen, war die englische Frauenrechtsbewegung von Anfang an durch die Forderungen nach politischer Teilhabe der Frauen geprägt. Die Klärung der Frage, in welchem Maß auch in England konkrete Reformforderungen zur zivilrechtlichen Stellung der Ehefrau und Mutter auf die organisierte Frauenbewegung zurückzuführen sind, sowie ferner die Suche nach den Gründen für die im Vergleich zur deutschen unterschiedliche Ausrichtung der englischen Frauenrechtsbewegung, ist der Forschungsschwerpunkt dieses Beitrags.

Männliche Unterstützer der Fraueninteressen auf dem Gebiet des Familienrechts im England des 19. Jahrhunderts (Stufe 2)

Die gerade im Vergleich zur deutschen Frauenrechtsbewegung auffällige Tatsache, dass die englische Frauenrechtsbewegung seit ihren Anfängen viele männliche Unterstützer bis in das Parlament hinein hatte, ist Gegenstand einer eigenständigen Untersuchung. Nicht die bereits weitgehend erforschte Rolle von John Stuart Mill für die englische Wahlrechtsbewegung, sondern die Bedeutung von zahlreichen weniger bekannten, aber für die Verbesserung der Stellung von Ehefrauen und Müttern kaum weniger wirksamen männlichen Unterstützern der englischen Frauenrechtsbewegung sowie mögliche Gründe für die unterschiedliche Situation in Deutschland sollen untersucht werden.