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GEENGOV: Regulierung der biomedizinischen Genom-Editierung, Teilprojekt 3 (Recht)

Verfahren zur Genom-Editierung, wie Zinkfinger und TALEN, gelten bereits seit geraumer Zeit als vielversprechende Verfahren zur Behandlung und Prävention genetisch bedingter Erkrankungen, erlaubt es die Genom-Editierung durch unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten die Funktionen des eines etwaig defekten Gens zu verändern.

Durch die Entwicklung des neuen, kostengünstigeren und unkomplizierter einsetzbaren CRISPR-Cas9 Verfahrens, weiteten sich die möglichen Anwendungsbereiche aus.

Die Genom-Editierung wirft jedoch nicht nur überaus kritische Fragen nach dem Eingriff in die Keimbahn auf, von Relevanz sind die Verfahren ebenso auf somatischer Ebene zur Therapie genetisch bedingter Erkrankungen an bereits betroffenen Patienten. Entsprechend hoch sind die Hoffnungen, mit CRISPR-Cas9 neue Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten für genetische Erkrankungen, zu entdecken und entwickeln.

Erste klinische Studien mit dem neuen Verfahren sind noch im Jahr 2017 zu erwarten, wobei die ethischen und forschungsrechtlichen Voraussetzungen einer solchen klinischen Studie in vielen Aspekten noch ungeklärt sind, so, so beispielsweise hinsichtlich der Abwägung von Nutzenchancen und Schadensrisiken aber auch wie Studienteilnehmende solch einer klinischen Forschung überhaupt informiert einwilligen können.

Zielsetzung

Ziel des GEENGOV-Projektes ist es daher unter anderem, praxisrelevante Empfehlungen für betroffene Akteure aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bzgl. der Herausforderungen der informierten Einwilligung von Patienten und Probanden in klinischen Studien oder „Heilversuchen“ bei solchen Anwendungen zu entwickeln. Dabei soll eine konzeptionell-juristische Analyse von existierenden staatlichen Regelungen und Governance-Strukturen („Status Quo“) mit Relevanz für Genom-Editierung in Deutschland erstellt werden. Das Teilprojekt Recht soll darüber hinaus die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen normativen Regime (staatlichen und nicht-staatlichen, so z.B. Gesetzgeber, Ministerien, Ethikkommissionen etc.) analysieren und bewerten, ob das existierende staatliche Recht die Situation bei (somatischen) Anwendungen der Genom-Editierung adäquat erfasst. Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf der Frage, in welchen Situationen nicht-staatliche Regulierungs-Strukturen (z.B. Ethikkommissionen) Anwendung finden könnten und welche Vor- und Nachteile mit entsprechend nicht-staatlicher Regulierung einhergehen.

Weitere Informationen

GEENGOV wird bis November 2019 vom DLR gefördert. Das Projekt wird von Ass. iur., M.A. Frederike Seitz und stud. iur. Maximilian Nussbaum bearbeitet. 

Weitere Informationen zum Projekt und zu der Verbundprojektkoordination finden Sie unter: 

www.mh-hannover.de