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Bürgerliches Recht

Im Bereich des Bürgerlichen Rechts wird in erster Linie die Forschung in den ersten drei Büchern des BGB gepflegt. Von besonderem Interesse ist dabei die Fragestellung, in welchem Umfang unser Zivilrecht den Anforderungen eines marktwirtschaftlichen Steuerungsmodells entspricht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei der Übergang des subjektiven Rechts von der Reziprozität zur Komplementarität. Der Einzelne kann das ihm eingeräumte Recht bis zur Grenze der Schikane, § 226 BGB, ausnutzen. Die komplementäre Struktur des Rechts ist entgegen der reziprozitären nicht von vornherein ausbalanciert. Hierin liegt Gefahr und Aufgabe zugleich. Eine Rechtsordnung, die auf konkrete Reziprozität verzichtet, muss dennoch ein Ausbalancieren der Rechte und Pflichten in anderer Form sicherstellen. Ansonsten bestände die Gefahr, dass man, wie Hüffe es formuliert, versucht, die Vorteile des wechselseitigen Freiheitsverzichts zu genießen, ohne dafür den Preis, den eigenen Freiheitsverzicht, zu bezahlen. Wie lässt sich dies unter den Bedingungen einer marktwirtschaftlichen Ordnung sicherstellen? Kann man sich z.B. beim Vertragsrecht im Sinne einer prozeduralen Gerechtigkeit auf die Kontrolle des Vertragsabschlussmechanismus beschränken oder bedarf es zusätzlich einer inhaltlichen Vertragskontrolle? Wie lassen sich Externalisierungen von Kosten zu Lasten Dritter vermeiden, ohne die Handlungsfreiheit allzu sehr einzuschränken?