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Digitalisierung als total social fact der Kriminalwissenschaften

Digitalisierung als total social fact der Kriminalwissenschaften

Am 6. und 7. Juli 2023 findet im Leibnizhaus (Holzmarkt 4-6, 30159 Hannover) eine Interdisziplinäre Tagung zum Thema "Digitalisierung als total social fact der Kriminalwissenschaften" statt. Die Tagung wird veranstaltet von Jun.-Prof. Dr. Carsten Kusche (Universität Mannheim) und Dr. Georgia Stefanopoulou (Leibniz Universität Hannover/Universität Bonn).

Interessierte sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.

Über die Tagung

Die Digitalisierung betrifft als globale gesellschaftliche Transformation nicht nur alle sozialen Praktiken, sondern auch alle wissenschaftlichen Disziplinen. Die Wissenschaft erfasst das Phänomen zum Teil aber in einer Weise, die den globalen und totalen Charakter des „digital turn“ nicht widerspiegelt, sondern sich auf sektorale Verständnisse beschränkt. Die Tagung will die Notwendigkeit erörtern, auch in den Kriminalwissenschaften ein globaleres Verständnis der Digitalisierung als eines total social fact (Nortje Marres, Digital Sociology, 2017) zu entwickeln. Hierfür sollen verschiedene Zugänge erprobt werden. Ausgehend von allgemeinen soziologischen Beobachtungen soll die „Totalität“ des Themas umrissen werden und sollen spezifische reflexive Vergewisserungen und Vertiefungen aus kriminalwissenschaftlicher Sicht erfolgen. Dabei werden kriminologische, materiell-rechtliche und strafprozessuale Fragestellungen behandelt. 

So sollen etwa Kriminalitätskonzepte, Kriminalisierungsprozesse und Techniken der sozialen Kontrolle in der digitalen Gesellschaft beleuchtet werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einflussnahme der Digitalisierung auf die Strafrechtsentwicklung. Gewinnt etwa das „Interventionsstrafrecht“ (Puschke, in: Hefendehl (Hg.), Grenzenlose Vorverlagerung des Strafrechts? 2010) weiter an Bedeutung? Oder: Ist in Anbetracht des kommunikativen Überschusses, den das digitale Netz erzeugt, eine gesteigerte Sensibilisierung des Strafrechts für die Achtung der persönlichen Würde erforderlich? Und wie wirken sich Besonderheiten digitaler Kommunikation – wie etwa deren Intransparenz und Unberechenbarkeit – auf die Entwicklung des Strafverfahrensrechts aus? Insoweit könnten klassische Prozessgrundsätze vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu zu überdenken sein. Prozessuale Chancen und Risiken der Digitalisierung sollen aufgezeigt werden. 

Die ausgearbeiteten Vorträge der Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Über die Veranstalter:in

Dr. Georgia Stefanopoulou ist akademische Rätin a.Z. am Kriminalwissenschaftlichen Institut der Leibniz Universität Hannover und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie von Prof. Dr. Susanne Beck, LL.M. (LSE).

Jun.-Prof. Dr. Carsten Kusche ist seit Februar 2023 Juniorprofessor für Strafrecht an der Universität Mannheim. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik (Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf) an der Universität Würzburg.

Programm

Das Programm der Tagung finden Sie in der Veranstaltungsbroschüre als Pdf.

Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per Mail an georgia.stefanopoulou@jura.uni-hannover.de oder carsten.kusche@uni-mannheim.de erforderlich.