Nach den umstrittenen Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über ein angeblich „problematisches Stadtbild“ in Deutschland und dessen Verbindung zu Migration und Kriminalität ist eine breite gesellschaftliche Debatte entbrannt. Der NDR Niedersachsen hat dazu mit Prof. Dr. Susanne Beck, LL.M. (LSE), Direktorin des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Leibniz Universität Hannover, gesprochen.
Beck betont, man müsse Ängste ernst nehmen, aber prüfen, ob sie auf Fakten beruhen. Deutschland sei eines der sichersten Länder der Welt, die Kriminalität insgesamt rückläufig. Studien zeigten keinen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität. Ursachen für Straftaten lägen meist in Armut, Arbeitslosigkeit oder unsicheren Lebenslagen.
Auch die mediale Berichterstattung könne verzerrte Wahrnehmungen fördern. Statt über Gruppen zu sprechen, solle man sich auf konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit konzentrieren – etwa bessere Beleuchtung, Sicherheitspersonal oder Frauenparkplätze.
Beck warnt vor einer verkürzten Debatte, die Migration als Hauptursache von Kriminalität darstelle. Wichtiger sei, echte Probleme anzugehen – etwa mehr Plätze in Frauenhäusern und die Ernstnahme von Betroffenen.
Das Interview vom 24. Oktober 2025 finden Sie hier auf der Website des NDR.