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Neu an der Fakultät: Prof. Dr. Ziemann stellt sich vor

Neu an der Fakultät: Prof. Dr. Ziemann stellt sich vor

Nachdem Herr Prof. Dr. Sascha Ziemann im vergangene Semester bereits als Lehrstuhlvertreter an der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover tätig war, freuen wir uns, dass er zum Wintersemester 2019/20 die W3-Professur für das Kriminalwissenschaftliche Institut sowie den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und ein weiteres Fach übernimmt.

Um den Studierenden sowie den Mitarbeitenden unserer Fakultät, die Herrn Ziemann bislang nicht begegnet sind, die Möglichkeit zu geben, ihn etwas kennenzulernen, haben wir ihn interviewt:

Möchten Sie etwas Persönliches über sich preisgeben? Zum Beispiel über Ihre Hobbies?

Ich interessiere mich sehr für Sport, sei es aktiv (Squash) oder passiv (Fußball, American Football). Meine Mannschaft beim Fußball ist Eintracht Frankfurt, was man als jemand, der in Offenbach geboren worden ist, nicht allzu laut sagen darf. 

Wo haben Sie studiert und was hat Sie dazu bewegt, ein Jurastudium anzufangen?

Ganz unspektakulär über die Empfehlung eines Mitschülers. Ich wollte etwas mit Sprache machen und habe schnell Gefallen gefunden an der juristischen Arbeit „mit“ und „an der“ Sprache.

Wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte?

In der Forschung fühle ich mich der gesamten Bandbreite des materiellen und prozessualen Strafrechts sowie der juristischen Grundlagenforschung verpflichtet. Die spezifische Forschungsausrichtung des neuen Lehrstuhls in Hannover wird sich aus der Befassung mit den strafrechtlichen Herausforderungen der technisch-industriellen Welt ergeben. Das klingt ein wenig kryptisch, meint aber zum Beispiel die Frage nach der Verantwortlichkeitszuschreibung unter den Bedingungen einer zunehmend arbeitsteilig organisierten Industrie (Stichwort „Industrie 4.0“).

Warum sollten unsere Studierenden im kommenden Wintersemester Ihre Vorlesung besuchen?

Ich werde im kommenden Wintersemester den Grundkurs Strafrecht sowie Vorlesungen zur Rechtsphilosophie und zum Wirtschafts- und Steuerstrafrecht anbieten. Einen gemeinsamen Nenner hierfür zu finden, ist nicht so einfach, auch sind die Erwartungen der Zuhörerschaft zu unterschiedlich. Man kann aber sagen, dass ich versuchen werde, die Inhalte möglichst anschaulich zu gestalten und zur Diskussion einzuladen. Meine bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass ein solches gemeinsames Lernen und Arbeiten nicht nur in der Kleingruppe des Seminars, sondern auch im großen Hörsaal funktioniert, wenn sich alle Beteiligten dafür einsetzen.

Kurz gefragt, kurz geantwortet:

Auto, Fahrrad oder Öffis?

Viel zu Fuß, damit lässt sich eine Stadt gut erkunden. Bei schlechtem Wetter gerne ÖPNV.

Roman oder Netflix-Serie?

Roman. Wie viele andere war ich aber sehr von der HBO-Serie „Game of Thrones“ fasziniert.

Kochen oder kochen lassen?

Ich bin versucht zu sagen: essen, also eher „Kochen lassen“. Nach einem Sushi-Kurs aber gerne auch „Kochen“.

Bier oder Wein?

Als gebürtiger Hesse müsste ich eigentlich Apfelwein sagen, der als Schorle im Sommer sehr erfrischend ist („Sauer Gespritzter“) und auch im Winter heiß getrunken werden kann. Ich werde mir für Hannover einen kleinen Vorrat anlegen.

Schönfelder oder Beck-Ausgaben?

Als Lehrender die Beck-Ausgaben; für die Examensvorbereitung empfehle ich den roten „Ziegelstein“, damit man sich frühzeitig an die amtlich zugelassenen Hilfsmittel gewöhnen kann. Den Erstsemesterstudierenden würde ich an dieser Stelle erzählen, warum die Gesetzessammlung mit der Ordnungsnummer 20, dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), beginnt. In der NS-Zeit erhielt die Gesetzessammlung von Heinrich Schönfelder eine neue Nummerierung: das ehemals an Nr. 1 geführte BGB wurde auf Nr. 20 platzierte und die ersten 19 Stellen mit NS-Sondergesetzen gefüllt (an Nr. 1 stand das Parteiprogramm der NSDAP). Das nach dem Krieg demonstrativ an Nummer 1 gesetzte Grundgesetz ist mittlerweile (zu meinem Bedauern) in den Ergänzungsband überführt worden.

Wir bedanken uns bei Herrn Prof. Dr. Ziemann für das Interview.

Autor: SH