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Tipps für die Examensvorbereitung: Interview mit Spitzenabsolvent Lennart Lassen

Tipps für die Examensvorbereitung: Interview mit Spitzenabsolvent Lennart Lassen

© Lennart Lassen

Lennart Lassen war mit einem Notendurchschnitt von 13,71 Punkten im ersten Examen der beste Absolvent des Jahrgangs 2024 unserer Fakultät. Wir haben versucht, sein Erfolgsrezept für ein herausragendes Examen herauszufinden, und ihn dafür interviewt.

Was war im ersten Semester Ihr Lieblingsfach?

Mein Lieblingsfach war BGB AT, weil ich dachte, dies wäre auch für mein Privatleben von hohem Nutzen (das war es natürlich nicht).

Welchen Schwerpunkt haben Sie gewählt? Haben Sie ihn vor oder nach dem staatlichen Teil absolviert?

Gewählt habe ich den Schwerpunkt 3 mit der Vertiefung „Unternehmensrecht“. Diese Wahl kann ich wirklich weiterempfehlen. Der Stoff nimmt auf allerlei Wissen aus den früheren Semestern Bezug. Gleichzeitig lässt sich eine Menge Neuland erkunden.

Begonnen habe ich das Schwerpunktstudium im selben Monat, in dem ich die Klausuren der Pflichtfachprüfung geschrieben habe. Allein dies hat zwar zu keinen nennenswerten Überschneidungen geführt, allerdings fiel sodann das Schwerpunktstudium mit der Vorbereitung auf die mündliche Staatsprüfung zusammen. Wählt man diesen Weg, wird es nach den Examensklausuren also nicht unbedingt ruhiger.

Wie sah Ihre Examensvorbereitung aus und wie lange hat sie gedauert?

Meine Vorbereitung hat ca. drei volle Semester, also knapp 18 Monate gedauert. Anfangs hatte ich noch keine zielführende Lerntaktik und -methode. Nach zwei bis drei Monaten des Herumprobierens habe ich dann das Lesen von einschlägigen Lehrbüchern sowie das anschließende Zusammenfassen des Wissens in Skripten für mich entdeckt. Ein Repetitorium habe ich nicht besucht. 

Darüber hinaus habe ich von Beginn an am HannES-Klausurenkurs mitsamt der allwöchentlichen Klausurbesprechungen teilgenommen. Nach einiger Zeit kam noch das Lesen neuer Rechtsprechung dazu. Dies ermöglichte einen erhellenden Blick auf die Prüfungsmaterien aus einer etwas anderen Perspektive. Am Probeexamen habe ich auch einmal teilgenommen.

Wie viele Probeklausuren haben Sie ungefähr geschrieben?

Wenn ich damals korrekt gezählt habe, dann 79, allesamt im HannES-Klausurenkurs. Auch wenn der Einstieg äußerst entmutigend gewesen ist, hat das Klausurenschreiben in Präsenz mit Sicherheit am meisten gebracht. Schließlich vermittelt der Klausurenkurs genau die Handgriffe, welche das LJPA zur Prüfung stellt. Das gilt sowohl für Inhalt als auch Methodik. 

Dabei ist das Schreiben der Klausuren am Wochenende die eine Sache. Die andere Seite der Medaille ist das Besuchen der Klausurbesprechung am Mittwochnachmittag. Hier beschäftigt man sich nach ein paar Wochen ein zweites Mal mit dem Stoff, wobei man aufgrund des zeitlichen Abstands wieder etwas unvoreingenommener ist. Dies ist wohl der Grund, weshalb der Lerneffekt so hoch ist. Die dort besprochenen Rechtsfragen habe ich jedenfalls nicht mehr so schnell vergessen. 

Im Übrigen legen es viele Dozenten im Rahmen der Besprechung auf eine gemeinsame Diskussion bestimmter Rechtsfragen an. Genau hier lässt sich das juristische Argumentieren erlernen und üben.

Gab es etwas, das Sie als Ausgleich zum intensiven Lernen in der Vorbereitungsphase auf das Examen gemacht haben? 

Ich habe Dinge unternommen, die mich daran erinnerten, dass das Leben größer und schöner ist als die Examensvorbereitung. Gerne bin ich zu den Diensten meiner Freiwilligen Feuerwehr gegangen. An anderen Tagen bin ich mit ein paar 80ern im Ohr zum Flughafen gefahren und habe den Maschinen beim Starten und Landen zugesehen. Am wichtigsten aber war die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.

Welchen Rat oder welche Empfehlungen möchten Sie Studierenden für die Examensvorbereitung auf den Weg geben?

Meiner Erfahrung nach trägt die ganze Lernerei nur dann Früchte, wenn das aufgenommene Wissen Zeit hat, sich zu setzen. Nur dann legt sich der Staub, nur dann gewinnt man eine klare Sicht. Dies erfordert, sich häufig genug eine Auszeit vom Aufsammeln des Stoffes zu nehmen. Wenn es die Lebensumstände zulassen, sollte man daher auch darüber nachdenken, einmal für eine Woche zu verschwinden. Andernfalls lernt man bis zur völligen Vernebelung. Plant also nicht nur Lernzeit ein, sondern vor allem auch Auszeit.

Wie geht es nun bei Ihnen weiter? Was sind Ihre Pläne?

Es geht wohl heiter weiter mit dem Referendariat. 

Kurz gefragt, kurz geantwortet:

Contine oder Hauptmensa?

Contine 

NJW oder JA?

JA

Bib oder zuhause?

Zuhause

Cocktails oder Bier?

Jameson

Habersack oder Beck-Ausgabe?

Habersack 

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Lennart Lassen für das Interview!

Verfasst von PSR