Am 06. Januar 2026 wurde es auf dem Conti-Campus wieder märchenhaft. Zum vierten Mal fand der Hannoversche Märchen Moot Court statt, der gemeinsam von der studentischen Initiative ELSA-Hannover e.V. und dem Team um Prof. Dr. Sascha Ziemann (Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht mit interdisziplinären Bezügen) organisiert wird.
Gegenstand der diesjährigen Verhandlung war das berühmte Märchen vom Rattenfänger von Hameln, das mit überraschenden Wendungen und spannenden Zeugenaussagen für eine fesselnde Dynamik im Märchengericht sorgte.
Angeklagt war der Stadtrat Magnus Machtlieb, der sich im Märchengericht im 14. Stock des Conti-Hochhauses verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, den Flötenspieler Fridolin Flötenreich schwer an der Gesundheit verletzt zu haben. Konkret soll er dessen kleinen Finger, sein wichtigstes Werkzeug zum Spielen der Flöte, gebrochen haben, wodurch eine dauerhafte Gebrauchsbeeinträchtigung eingetreten sei.
Im Laufe der Beweisaufnahme brachten die Zeuginnen und Zeugen bislang unbekannte Details ans Licht, die dem Fall eine neue Wendung gaben und sowohl Anklage als auch Verteidigung vor argumentative Herausforderungen stellten.
Am Ende durfte das Publikum über Schuld oder Unschuld entscheiden. Die Mehrheit sprach sich schließlich für eine Verurteilung des Angeklagten Magnus Machtlieb aus.
Die Teilnehmenden traten dabei in zwei Teams gegeneinander an: Auf der einen Seite die Staatsanwaltschaft, auf der anderen die Strafverteidigung des Angeklagten. Mit viel Einsatz und guten Argumenten sorgten beide Teams für einen spannenden Schlagabtausch im Gerichtssaal.
Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und Zuschauerinnen und Zuschauern für einen gelungenen und unterhaltsamen Abend und freuen uns schon auf den nächsten Märchen Moot Court!
Verfasst von Nils Gibron.
Bildergalerie
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Was ist ein Märchen Moot Court?
Der Hannoversche Märchen Moot Court ist eine simulierte Gerichtsverhandlung auf Grundlage eines an ein Märchen angelehnten Sachverhalts, bei der die Studierenden die Prozessvertretung von Anklage und Verteidigung übernehmen. Aufgabe der studentischen Teams ist es, auf Anklage- und Verteidigungsseite, als Parteivertretung gegeneinander aufzutreten. Mehr erfahren Sie hier.
Wer oder was ist ELSA?
ELSA steht für „European Law Students’ Association“ und ist die größte Vereinigung für Jurastudierende. Sie wurde im Jahre 1981 mit dem Ziel, den Dialog unter jungen Europäer*innen zu fördern und einen interkulturellen Austausch zu ermöglichen, gegründet. Unsere Fakultätsgruppe Hannover ist dabei Teil eines Netzwerks von 60.000 Jurastudierenden an über 400 Fakultäten in 43 verschiedenen Ländern. Allein zum deutschen ELSA-Netzwerk zählen über 12.500 Mitglieder in 43 Städten.
Weitere Informationen erhalten Sie auf www.elsa-hannover.de und instagram.com/elsa_hannover.