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Recht(swissenschaft)liche Herausforderungen einer „Drohnenwelt“
21 Jan
21. Jan. 2020 | 19:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ringvorlesung

Recht(swissenschaft)liche Herausforderungen einer „Drohnenwelt“

Am Dienstag, den 21. Januar 2020 findet um 19.00 Uhr in Raum 1502.1426 die nächste Ringvorlesung des Interdisziplinären Institutes für Automatisierte Systeme e.V. (RifaS) statt. Als Referentin konnte Frau Prof. Dr. Viola Schmid, LL.M. (Harvard) gewonnen werden, die zum Thema Recht(swissenschaft)liche Herausforderungen einer „Drohnenwelt“ referieren wird.

Interessierte sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.  

Über das Thema

Es ist mehr als wissenschaftliche Science Fiction: „(Luft-)Drohnen“ werden die Welt, so wie wir sie kannten, verändern und einen erheblichen Einfluss auf unser Leben haben. Unsere Um- und Mitwelt werden diese Vertreter „künstlicher Intelligenz“ mit uns – vor den „(Boden-)Drohnen“ des automatisierten Fahrens – teilen. Damit ist „(Luft-)Drohnenrecht“ nicht nur eine Herausforderung für das deutsche und europäische Luftverkehrsrecht, sondern auch etwa für das Eigentumsrecht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, das (IT-)Sicherheitsrecht und das Umweltrecht. Zentral für diejenigen, die „(Luft-)Drohnen“ nutzen wollen, sind die Chancen (etwa in der „(Luft-)Drohnenlandwirtschaft“ in allen Stufen der Wertschöpfungskette, im Katastrophenschutz, in der Logistik bis zum Einsatz von Drohnen durch die Polizei (Art. 47 BayPAG)). Zentral für diejenigen, die mit „Drohnen“ ihre Umwelt nicht teilen wollen, ist der Überwachungsdruck. Die Rechtsnatur dieses „Risk of Chill“ als Eingriff in Grundrechte und die Abwehransprüche gegen solche Eingriffe lassen sich in der Rechtsprechung der jüngeren Vergangenheit zu stationären Videokameras und Kameraattrappen nachweisen. Zusammenfassend: Sei es die Freiheit wie Befugnis „Drohnen“ fliegen zu lassen oder die Pflicht, diese zu dulden – „Drohnen“ gehen alle Bürger und Bürgerinnen an.

Die Staatsrechtslehrerin Prof. Dr. Viola Schmid wählt deswegen einen Citizen Science-Ansatz und will zusammen mit dem Publikum Chancen und Risiken szenarienorientiert und analytisch diskutieren und eine Forschungs-/Lehragenda konturieren. Auch ihre Faszination will sie in einem offenen Format teilen, zu der die Zuhörer/innen als „Citizen Scientists“ eingeladen werden, Business Options/Cases und Legal Challenges aus ihrer Sicht zu präsentieren. Als Ergebnis der Veranstaltung würde sie eine SWOT-Matrix festhalten wollen.“

Über die Referentin

Prof. Dr. jur. Viola Schmid, LL.M. (Harvard) wurde mit Wirkung vom 1.9.2002 mit der Vertretung des Fachgebiets „Öffentliches Recht“ betraut. Was unter „Öffentlichem Recht“ an der Technischen Universität Darmstadt zu verstehen ist, ergibt sich aus der ihr überreichten „Funktionsbeschreibung“ vom 27.8.2002: „Die Professur erfordert insbesondere Ihre Mitwirkung bei der Ausbildung von Wirtschaftsingenieuren und Wirtschaftsinformatikern sowie von Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Magisterstudierenden. In Lehre und Forschung sind das Verfassungs- und Verwaltungsrecht (einschließlich des Europarechts) unter Berücksichtigung des Technik-, Umwelt- sowie des Informations- und Datenschutzrechts zu vertreten.“ Das ist ein anspruchsvolles Portfolio, das niemandem in die Wiege gelegt wird. Viola Barbara Schmid wurde am 2. Juli 1960 in Augsburg geboren. Ihre Kindheit, Jugend und „Früherwachsenenzeit“ verbrachte sie bis zum 2. Staatsexamen in Franken – unterbrochen etwa durch einen Sommerkurs an der London School of Economics and Political Science oder durch eine Referendarausbildungsstation am Deutschen Konsulat in New York. Nach der Promotion zum Dr. jur. mit dem verfassungsrechtlichen Thema: „Die Familie in Artikel 6 des Grundgesetzes“, die sie vor dem zweiten Staatsexamen beendete, wandte sie sich der Praxis zu. Sie wollte wissen, wie Recht verwirklicht wird. Für zwei Jahre hat sie die Fron und Freude der Anwaltschaft erleben dürfen und müssen. Ihre Erkenntnis war, dass Rechtsanwälte für die Verwirklichung von Recht und für den Kontakt des Bürgers mit dem Recht(sstaat) einen großen Beitrag leisten können. Die Freude am Recht und der Möglichkeit des eigenen Beitrags zu seiner Effektivierung oder gar Verbesserung hat sie nach Harvard geführt. Ein Fullbright-Stipendium ermöglichte ihr 1990/91 im Rahmen des Master-Programms den Kontakt mit 128 Juristen aus 64 Ländern dieser Welt. Ihre Habilitation mit dem Titel „Werbung als Meinung? Eine Studie zum Schutz von Werbung im Grundgesetz, in der Europäischen Menschenrechtskonvention, im Gemeinschaftsrecht und im Verfassungsrecht der Vereinigten Staaten von Amerika“, verdankt sie auch diesen Menschen und Erfahrungen. Zwischen 1991 und 1998 war sie Assistentin bei Ihrem „Doktor- und Habilitationsvater“ Prof. Dr. Helmut Lecheler (Freie Universität Berlin). Die Veröffentlichungen reichen vom europäischen (Umwelt-)Recht bis zum inländischen Öffentlichen Recht und begründeten die Venien für „Öffentliches Recht, Europarecht und Energierecht“. Für die TU Darmstadt arbeitet sie mit Studierenden insbesondere in den Vorlesungen „Cyberlaw I und II“ und in Seminaren („Aktuelle Fragen des Cyberspace“) daran, das Cyberlaw als Lehr- und Forschungsschwerpunkt zu etablieren. Hierzu werden auch die sogenannten CyLaw-Reports erstellt, die als Legal Open Source (L.O.S.) Projekt ein mittlerweile mehr als 800 Seiten umfassendes Casebook präsentieren. 2008 erfolgten die ersten Präsentationen auf internationalen Konferenzen zum Internet of Things (RFID law). Seit September 2014 werden die Forschungen zu „Werbung, Meinung, Cyberspace – eine neue Perspektive auf Rechtswissenschaft“ in einem „Forum“ (www.cyberlexonomics.de) präsentiert.

Termin

21. Jan. 2020
19:00 Uhr - 20:00 Uhr

Ort

Conti-Campus
Geb.: 1502
Raum: 1426
Königsworther Platz 1
30167 Hannover
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