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Demografischer Wandel

Deutschland befindet sich im demografischen Wandel: Die Geburtenrate in Deutschland ist zwischen 1965 und 1975 von ca. 2,5 Kindern auf ca. 1,4 Kin­der je Frau gesunken und hat sich seit­her nicht mehr erholt. Das Ge­ne­ra­tio­nen­er­satz­ni­veau von 2,1 Kindern je Frau wird damit heute seit über 30 Jahren um etwa ein Drittel un­ter­schrit­­ten. Gleichzeitig hat sich die Lebenserwartung der Menschen seit 1865 mehr als ver­doppelt. Infolge dieser Entwicklung geht die Zahl der Bevölkerung Deutschlands zurück und die Altersstruktur verschiebt sich. Diese demografische Entwicklung wird in einzelnen Teilen des Landes durch regional un­ter­schied­­liche Bin­nen­wan­derungen noch verstärkt.

Der demografische Wandel wirkt sich auf nahezu sämtliche staatlichen und gesellschaftlichen Bereiche aus. Er stellt die Funktionsfähigkeit der gesetzlichen So­­zial­ver­si­­cher­ungs­systeme infrage, wirkt sich negativ auf das Wachstum der Volkswirtschaft aus und gefährdet die Finan­zier­barkeit der öf­fent­li­chen Da­seins­­vor­sor­ge, um nur einige Auswirkunmgen zu nennen.

Dieser Bevölkerungswandel, der neben Deutschland auch in nahezu sämtlichen anderen Mit­glied­staaten der Europäischen Union zu beobachten ist, wirft erheblichen rechts­wis­sen­schaft­li­chen Forschungsbedarf auf. In enger Zusammenarbeit vor allem mit Bevöl­kerungs­wissen­schaft­lern widmet sich Frau Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf den rechtlichen Rah­men­be­din­gun­gen und erarbeitet ganzheitliche Steuerungsstrategien für die Bewältigung des demo­gra­fi­schen Wandels. Im Zentrum des Forschungsprojekts steht zum einen die Analyse des ver­fas­sungs­rechtlichen, unionsrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Rahmens für den Umgang mit dem Bevölkerungswandel sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für eine Opti­mie­rung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Zum anderen werden Strategien zur Bewältigung des de­mografischen Wandels entwickelt, die sowohl eine Anpassung der staatlichen und ge­sell­schaft­lichen Felder an die demografische Entwicklung als auch Gegenmaßnahmen zur Mil­der­ung der Folgen des Bevölkerungswandels und Vorschläge für eine „Kausaltherapie“ zur Um­kehr der Fertilitätsentwicklung umfassen.