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Exkursion nach Auschwitz: Studierende besuchen Holocaustgedenkstätte

Exkursion nach Auschwitz: Studierende besuchen Holocaustgedenkstätte

© Fachschaftsrat Jura Hannover (FSR)
© Fachschaftsrat Jura Hannover (FSR)

In Ansehung der gesetzgeberischen Intention hinter der Schaffung von § 5a Abs. 2 S. 3 DRiG, wonach auch die "Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Unrecht zum Pflichtstoff der juristischen Ausbildung gehören, organisierten vier Studierende der Juristischen Fakultät Hannover in Kooperation mit dem Fachschaftsrat der Fakultät in langer Vorarbeit eine Exkursion nach Auschwitz, die nun stattfinden konnte: Vom 29. April bis zum 02. Mai 2022 nahmen 20 Studierende dieser Fakultät an der Fahrt teil, die eine bestmögliche Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht ermöglichen sollte, um so zu einer kritischen Reflexion des Rechts beizutragen und für ein besseres Verständnis des Wertefundaments unseres Grundgesetzes und unserer Rechtskultur zu sorgen.

Im Vordergrund standen daher insbesondere die geführten Besuche durch das Stammlager Auschwitz I sowie das Vernichtungslager Auschwitz II Birkenau. Die Konfrontation mit den systematischen und entmenschlichenden Verbrechen, dem unermesslichen Leid und dem endlosen Unrecht, das nur wenige Generationen vor unserer eigenen an jenen Orten stattfand, berührte uns zutiefst und wurde durch die von unserem Guide aufgezeigten Einzelschicksale noch greifbarer.

Dieses Gefühl wurde dadurch verstärkt, dass sich die Teilnehmenden der Exkursion abends in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte mit mehreren entsprechenden Filmen auseinandersetzten, die an die Stelle der aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgefallenen Zeitzeugengespräche traten. Besonders eindrücklich waren hierbei etwa die Schilderungen im „Zeugnis von Henryk Mandelbaum“, in welchem der gleichnamige Holocaustüberlebende von seiner Tätigkeit im Sonderkommando in Auschwitz II Birkenau berichtete.

Abgerundet wurde die Exkursion dadurch, dass eine Stadtführung durch den Ort sowie ein Besuch im Jüdischen Zentrum Auschwitz stattfand, um einen Einblick in die Geschichte jüdischen Lebens in Oświęcim zu ermöglichen.

Wir alle sind von der Exkursion mit einem noch tieferen Bewusstsein, Verständnis und Verantwortungsgefühl dafür zurückgekommen, dass jede:r Sorge dafür zu tragen hat, dass derartiges nie wieder geschieht. Diese Haltung wird sich insbesondere auch in unserem Selbstverständnis als Jurist:innen niederschlagen.

Wir möchten uns bei der Jüdischen Gemeinde Hannover K.d.ö.R. sowie der Kurt-Alten-Stiftung für die großzügige Förderung dieser Exkursion bedanken. Nur aufgrund dieser Förderung konnte die Fahrt nahezu kostenlos und somit für ein breites Publikum angeboten werden. Außerdem danken wir vielmals dem Vorsitzenden der Kurt-Alten-Stiftung, Herrn Prof. Dr. Ulrich v. Jeinsen, sowie seiner Ehefrau, für ihre außerordentliche Gastfreundschaft und die angeregten Gespräche über die Eindrücke dieser Exkursion.

Verfasst von Felix Kopp.

Was ist die Fachschaft?

Der Fachschaftsrat (FSR) ist die Interessenvertretung der Studierenden an der Juristischen Fakultät. Umgangssprachlich spricht man manchmal auch von der „Fachschaft Jura Hannover“, aber das ist nicht ganz richtig. Die Fachschaft sind nämlich alle Jurastudierenden in Hannover. Die Fachschaft wählt einmal im Jahr den Fachschaftsrat, der dann die Interessen der Fachschaft vertritt. Nach § 20 NHG sind das nicht nur hochschulpolitische Interessen, sondern auch soziale und kulturelle Belange und die Förderung der politischen Bildung.

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