Sophie Famulla war mit einem Notendurchschnitt von 13,4 Punkten im ersten Examen unter den drei besten Absolvent*innen des Jahrgangs 2024 unserer Fakultät. Wir haben versucht, ihr Erfolgsrezept für ein herausragendes Examen herauszufinden, und sie dafür interviewt.
Was war im ersten Semester Ihr Lieblingsfach?
Grundrechte.
Welchen Schwerpunkt haben Sie gewählt? Haben Sie ihn vor oder nach dem staatlichen Teil absolviert?
Ich habe den Schwerpunkt 8 (Anwaltsrecht und Anwaltliches Berufsrecht) gewählt und meine Schwerpunktarbeit im Insolvenzrecht geschrieben - was ich sehr empfehlen kann. Absolviert habe ich ihn größtenteils nach dem staatlichen Teil - die mündliche Pflichtfachprüfung fiel noch in mein erstes Schwerpunktsemester.
Wie sah Ihre Examensvorbereitung aus und wie lange hat sie gedauert?
Meine Examensvorbereitung hat etwa zwei Jahre gedauert. Besucht habe ich zwar ein kommerzielles Repetitorium; die Probeklausuren habe ich aber überwiegend im Rahmen des HannES-Klausurenkurses geschrieben. Die wirklich effektiven und nachhaltigen Lerneinheiten hatte ich gleichwohl erst nach dem Repetitorium zuhause am Schreibtisch. Daher würde ich rückblickend auch kein kommerzielles Repetitorium mehr besuchen. Gelernt habe ich mit digitalen Lernzetteln, die ich aus Lehrbüchern, Skripten, Fällen, Urteilen und Zeitschriftenbeiträgen seit dem ersten Semester zusammengeschrieben und mit fortschreitendem Wissen immer weiter überarbeitet habe.
Für die mündliche Prüfung habe ich mit meiner Lerngruppe viele Simulationen gemacht und an einem mündlichen Examenstraining vom HannES-Programm teilgenommen.
Wie viele Probeklausuren haben Sie ungefähr geschrieben?
Ich schätze so um die 70 Klausuren. Skizziert habe ich aber deutlich mehr Klausuren, besonders gegen Ende der Examensvorbereitung hat mir dies geholfen.
Gab es etwas, das Sie als Ausgleich zum intensiven Lernen in der Vorbereitungsphase auf das Examen gemacht haben?
Ich bin sowohl alleine als auch mit Freunden viel gelaufen und habe im Fitnessstudio trainiert. Aber auch Badminton im Verein habe ich gerne gespielt. Dort gab es nicht nur sportliche Ablenkung, sondern auch eine schöne Gemeinschaft in der Mannschaft. Daneben habe ich mich regelmäßig mit (nicht-juristischen, „nicht-betroffenen“) Freunden getroffen.
Welchen Rat oder welche Empfehlungen möchten Sie Studierenden für die Examensvorbereitung auf den Weg geben?
Vor allem am Anfang der Examensvorbereitung nicht zu streng mit sich sein. So wie man 42,195 Kilometer eines Marathons nicht aus dem Stand laufen kann, sondern sich mit viel Training, vielen Rückschlägen und Geduld vorbereiten muss, ist auch die Examensvorbereitung ein längerer (mitunter quälender) Prozess. Insbesondere sollte man sich von den Noten der Probeklausuren nicht verunsichern oder entmutigen lassen. Mich hat eine kritische Auseinandersetzung mit der jeweiligen Klausur und die Beteiligung an der Klausurbesprechung immer weitergebracht.
Wenn ich bemerkte, dass ein Tag nicht so gut lief, habe ich mich nicht zwanghaft an den Schreibtisch gesetzt, sondern Pausen eingelegt. Dafür hatte ich aber keinen fest durchstrukturierten Lernplan, sondern immer Zwischenziele.
Mein persönlicher Tipp als Ergänzung für Zivilrecht: der Podcast von Herrn Prof. Dr. Lorenz.
Wie geht es nun bei Ihnen weiter? Was sind Ihre Pläne?
Ich arbeite am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Jacoby an der Uni Bielefeld als wissenschaftliche Mitarbeiterin und habe mit meiner Dissertation begonnen.
Kurz gefragt, kurz geantwortet:
Contine oder Hauptmensa?
Contine.
NJW oder JA?
Examensgerecht.
Bib oder zuhause?
Zuhause mit regelmäßigen Abstechern in die Bib, um neue Bücher auszuleihen.
Cocktails oder Bier?
Cocktails.
Habersack oder Beck-Ausgabe?
Habersack – abgesehen vom Einsortieren der Ergänzungslieferungen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Sophie Famulla für das Interview!