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Neue Professorin stellt sich vor: Interview mit Prof. Dr. Brunhöber

Bereits seit dem Wintersemester 16/17 ist Frau Prof. Dr. Beatrice Brunhöber als Lehrstuhlvertretung am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht an der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover tätig. Nun freuen wir uns sehr, dass Frau Brunhöber zum Sommersemester 2017 die Inhaberschaft des Lehrstuhls übernehmen wird.

Für alle, die noch nicht die Gelegenheit hatten, Frau Brunhöber kennenzulernen oder in der Vorlesung zu erleben, haben wir sie interviewt:

 

Wo haben Sie studiert und was hat Sie dazu bewogen, ein Jura-Studium  anzufangen?

Nach dem Abitur in München bin ich nach Berlin gezogen und habe an der Humboldt-Universität studiert. Jura hat mich interessiert, weil ich – jung wie ich war - die ungerechte Welt ein Stück fairer machen wollte. Schnell kam das Interesse daran hinzu, welche Wertungen hinter bestimmten rechtlichen Regelungen stecken, so dass ich mich intensiv mit den Grundlagen des Rechts befasste. Auch das Strafrecht faszinierte mich bald, vor allem weil es das schärfste Schwert des Staates gegen abweichendes Verhalten ist und sich deshalb hier die Grundfragen des Rechts in besonderem Maße stellen.

 

Das Erste Examen hat für Jurastudierende einen hohen Stellenwert. Haben Sie einen Tipp für ein erfolgreiches Examen?

Nachdem man sich eine gute Grundlage erarbeitet hat, am besten in den Lehrveranstaltungen an der Uni, sollte man für sich herausfinden, was für ein Lerntyp man ist und die Examensvorbereitung darauf zuschneiden. Jemand der vom Hören lernt, ist weiterhin in Lehrveranstaltungen gut aufgehoben. Jemand der sich die Dinge besser merken kann, wenn er sie liest, braucht eher viele Bücher. Und jemand, der die Auseinandersetzung mit anderen braucht, sollte eine Lerngruppe gründen. Für jeden Lerntyp gilt aber, dass man so viele Übungsklausuren wie möglich schreiben sollte. Übung macht den Meister.

 

Der Autor Arno Schmitt soll einmal gesagt haben: „Was soll ich in New York – ich war schon zweimal in Hannover.“ Sie haben schon in München und Berlin gelebt. Wie gefällt Ihnen Hannover?

Als meine beste Freundin während des Referendariats nach Hannover zog, habe ich herausgefunden, dass diese Stadt sehr viel schöner ist als ihr Ruf. Sie hat mir viel gezeigt: Maschsee, Herrenhäuser Gärten, Oper, Sprengel Museum, Lister Meile und das Steinhuder Meer. Seither bin ich immer wieder gern hier.

 

Sie beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit Fragen zu Strafrecht und Medizinrecht. Was muss man sich unter dieser Fächerkombination vorstellen?

Es geht um Themen, die die strafrechtlichen Grenzen ärztlichen Handelns und des medizinisch Machbaren betreffen. Dies reicht von der Frage der Reichweite der Patienteneinwilligung über die Sterbehilfe bis hin zur Kriminalisierung der Korruption im Gesundheitswesen.

 

Warum sollten unsere Studierenden im kommenden Sommersemester Ihre Vorlesung/Ihr Proseminar besuchen?

Wer sich für Medizinstrafrecht interessiert, sollte in mein Proseminar kommen. Themen wie Leihmutterschaft, ärztliche Hilfe beim Suizid oder Korruption von Ärzten sind oft so kontrovers, dass die Diskussionen versprechen, spannend zu werden.

 

Kurz gefragt, kurz geantwortet:

Fernsehen oder Netflix?

Netflix.

Berge oder Strand?

Beides.

John Grisham oder Bernhard Schlink?

Thomas Pynchon.

Bier oder Wein?

Wein.

Schönfelder oder Beck-Texte?

Schönfelder.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Brunhöber für das Interview!