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Rückblick auf die 13. Soldan Tagung in Köln zum Thema Law Clinics

Am 29. und 30. Juni 2017 fand die 13. Soldan Tagung in Köln statt. Das diesjährige Thema war die Studentische Rechtsberatung in Law Clinics. Diskutiert wurde die Frage, ob diese sinnvoll, notwendig oder unerwünscht sind.

Die Legal Clinic und die Refugee Law Clinic der Leibniz Universität Hannover waren ebenso wie Herr Prof. Dr. Wolf und Herr Prof. Dr. Temming auf der Tagung vertreten, um sich mit anderen Studierenden, Juristen, der Justiz, Prüfungsämtern und Vertretern der Hochschulen über die Möglichkeiten, aber auch mögliche Probleme, die im Zusammenhang mit Law Clinics auftreten können, auszutauschen.

Die Tagung begann mit einer Bestandsaufnahme. Nach einer Begrüßung informierte Prof. Dr. Kilian die Teilnehmer über den Status Quo der Law Clinics. Er stellte Ergebnisse einer deutschlandweiten Datenerhebung vor. Überraschend war, dass circa 90% der Anwälte trotz des großen Vorkommens von Law Clinics noch nichts davon erfahren haben. Die Anwälte, die jedoch schon davon gehört haben, fassen Law Clinics zudem überwiegend als Konkurrenz auf. Die Frage, ob Law Clinics tatsächlich Konkurrenz für Rechtsanwälte darstellen, wurde gemeinsam mit dem Thema des zweiten Vortrags über den Rechtsrahmen der Law Clinics sowie am nächsten Tag zum Thema „Law Clinics-Chance oder Wettbewerb für die Anwaltschaft“ lebhaft diskutiert.

Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Boris Paal m. Jur (Oxford), welcher beleuchtete, ob und wie Law Clinics in der Juristenausbildung verankert werden können, konnten sich die Vertreter der Law Clinics bei einem anschließenden Get-Together mit Vertretern anderer Law Clinics austauschen, und mehr darüber erfahren, wie andere die Probleme lösen, die sich im Zusammenhang mit der Haftung, dem Akquirieren von Mandanten und dem Kontakt zu anleitenden Volljuristen ergeben.

Der zweite Tag begann mit einer Vorstellung verschiedener Law Clinics und die Beleuchtung besonderer Probleme, die sich mit Verbraucherrecht, Unternehmensberatung, Flüchtlingshilfe und Steuerrecht ergeben. Darauf folgten Vorträge von Juristinnen aus Großbritannien über die Programme an britischen Universitäten.
Weiter ging es mit einer Diskussion darüber, ob es einen Platz für Law Clinics in der Juristenausbildung gibt. Teilnehmer waren unter anderem die Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes NRW Gudrun Schäpers, sowie die Vorsitzende des Ausschusses Aus- und Fortbildung des DAV, Sabine Gries-Redeker. Im Rahmen dieser Diskussion ging es vor allem darum, ob eine aktive Teilnahme an einer Law Clinic ein Praktikum bei einem Anwalt ersetzen kann und darum, ob eine Freischussverlängerung sinnvoll wäre.

Insgesamt hat die Soldan Tagung einen Überblick über die aktuelle Situation der Law Clinics über die deutschen Grenzen hinaus gegeben. Die Vertreter der anwesenden Law Clinics konnten neue Möglichkeiten, Ideen und Chancen sammeln, um die jeweiligen Projekte noch weiter zu verbessern.