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Mein Erasmus-Aufenthalt in Almería

Ich habe im Rahmen meines Studiums der Rechtswissenschaften ein Semester in der andalusischen Hafenstadt Almería studiert, der sonnenreichsten Stadt Spaniens.

Mit meinem Erfahrungsbericht möchte ich nicht nur interessierte Studierende dazu aufrufen, sich zu bewerben, sondern auch über das Bewerbungsverfahren und natürlich das Leben und Studieren vor Ort informieren.

Bewerbungsverfahren und Vorbereitung

Ich hatte per E-Mail von den Restplätzen an Austausch-Unis im Rahmen des Erasmus-Programmes gehört und mich wegen des zeitnahen Bewerbungsschlusses schnell für Almería entschieden.
Das Bewerbungsverfahren erscheint im ersten Moment zwar unübersichtlich und kompliziert, aber letztlich sind die Anforderungen mehr als machbar und sowohl das International Office als auch das Erasmusbüro der Fakultät außerordentlich hilfsbereit.
Die Kommunikation mit den Zuständigen in Almería funktionierte zuverlässig online über die Plattform UMove, welche außerdem im späteren Verlauf die bürokratische Dokumentation maßgeblich erleichterte. Um die notwendige Gegenzeichnung von Heimat- und Gast-Uni zu erfüllen, ist es ausreichend, die Dokumente fristgerecht hochzuladen. Sie werden dann vom jeweiligen Koordinator unterschrieben, erneut hochgeladen und stehen danach zur Weiterleitung zur Verfügung. Die Unterschriften in Hannover müssen dagegen weniger fortschrittlich persönlich eingeholt werden.

Ich habe mich für einen komfortablen Direktflug von Hamburg nach Almería entschieden, welchen es jedoch nur in den Sommermonaten gibt, ansonsten muss man einmal umsteigen. Die etwas günstigere Variante ist es, in Malaga zu landen und 3 Stunden mit dem Bus an den Zielort zu fahren.

Wohnen

Über einen Link zur universitätseigenen Wohnungsplattform habe ich bereits von Deutschland aus ein voll möbliertes Zimmer in einer 3er-WG gemietet. Mir hat es besonders entsprochen nach dem Landen direkt eine Adresse anzusteuern, die langfristig mein neues Zuhause ist. Selbstverständlich ist es auch möglich, erst in einem Hostel zu nächtigen und vor Ort nach Zimmern zu suchen.
Das Studentenviertel „El Zapillo“ ist besonders empfehlenswert. Es hat einen Badestrand zu bieten und ist mit Nähe zur Uni und Innenstadt für viele Studenten die absolute Wahlheimat. Du solltest darauf achten, dass die Wohnung über eine Heizung oder Ähnliches verfügt. Aufgrund des südlichen Klimas ist das nicht selbstverständlich, aber in den Wintermonaten bläst gerne ein kalter Küstenwind, der vor den mäßig bis gar nicht isolierten Fenstern und Türen keinen Halt macht. Die Miete beläuft sich auf 170 - 250€ warm, die Mietpreise werden in der Regel ohne Nebenkosten angegeben. Selbst Wohnungen mit Meerblick, bis hin zum absoluten Traumausblick auf den Strand inkl. abendlichen Sonnenuntergangs sind in diesem Rahmen sehr erschwinglich.

Studieren

Die Uni bietet ein großes Campusgelände, auf dem alle Fakultäten sesshaft sind und einen Sportcampus, der so ziemlich jede Sportart zu bieten hat und zusätzlich Kurse zu Wassersport- und Outdoor-Aktivitäten anbietet.

Mit kleinen Kursgruppen, persönlichem Kontakt zum Prof. und der Möglichkeit, mit mündlicher Mitarbeit die Note aufzubessern, erinnert die Atmosphäre und die Lehrmethodik der Vorlesungen eher an die Schulzeit. Die juristischen Vorlesungen sind auf Spanisch, was bei mancher Person des Lehrkörpers mit einem starken andalusischen Dialekt ausgeprägt ist. Das kann selbst gutgeübte Spanischkönner von immerwährendem Verständnis abhalten. Ist aber halb so schlimm, da man hilfesuchend auf meist sehr verständnisvolle Profs trifft, die mit großzügigen Mitteln versuchen, die Austauschstudenten trotz Sprachbarriere durchzubringen.
Unter den Einwohnern ist es generell eine Seltenheit, dass jemand Englisch versteht, selbst spanische Studenten der Uni tun dies meist nicht, was aber gerade für absolute Spanisch-Anfänger schnelle Fortschritte verspricht. Vor allem die Basics fürs tägliche Leben sind schnell verinnerlicht. Insbesondere da die Einwohner sehr offen, herzlich und hilfsbereit sind, kommt man ganz gut durch, zur Not mit Händen und Füßen.

Ein kleines Manko ist für mich die Tatsache, dass vor allem die juristischen Grundkurse fürs weitere Studium anrechenbar sind, was den fortgeschrittenen Semestern eher wenig bringt.

Leben in Almería

Es gibt die Vorlesungsgruppen „Mañana“ und „Tarde“. In der Gruppe „Mañana“ hatte ich vormittags ab 9 Uhr Uni. Nach dem Mittagessen zuhause ging es bis Mitte November meist an den Strand zum Sonnen, Baden, Siesta halten und sich mit anderen Studenten treffen, um später in der Tapasbar den Tag ausklingen zu lassen.
Aufgrund des wenigen Tourismus in Almería sind der Strand und das Meer super sauber und die Getränke, inklusive gratis Tapas, sehr günstig.

Besonders die Arbeit des „ESN“ (Erasmus Student Network) hat dafür gesorgt, dass keine Langeweile aufkommen konnte und man viel Spaß und Kontakt zu den anderen Austauschstudenten hatte. Einführungswochen, gemeinsame Dinner, kulturelle Ausflüge in die Umgebung, Beach-Volleyball, viele Partys, Wochenend-Städte-Trips durch und rund um Spanien, um nur einiges davon aufzuzählen.
Für universitäre Angelegenheiten findet man im International Office immer Rat und bei allem Weiteren, was mal so aufkommt, wird mit offenen Ohren und Taten beim ESN geholfen. Beide haben Anlaufstellen, die täglich mehrere Stunden mit netten Mitarbeitern, die Englisch und Spanisch sprechen, besetzt sind.

Wenige Kilometer von der Stadt Almería entfernt bietet der Naturpark Cabo de Gata mit unterschiedlichsten Stränden, der einzigen natürlichen Wüste Europas und dem typisch andalusischen Gebirge mit grünen Weinbergen, Orangenplantagen und weißen Dörfern, abwechslungsreiche Ausflugsziele.           

Letztlich…

... bleibt nur zu sagen, dass ich begeistert auf das vergangene Semester zurückblicke und jedem, der Lust hat mit offenen Leuten aus den unterschiedlichsten Ländern den längsten und spaßigsten Sommer zu erleben, zu wachsen und zu lernen, sich in fremder Kultur und Sprache wohlzufühlen, empfehle, sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen.

Bilder und Text: anonym.

Weitere Informationen:

Informationen zu einem Auslandssemester im Rahmen des ERASMUS-Programms finden Sie unter:

www.elpis-hannover.eu

Kontakt:

Für alle Fragen rund um das ERASMUS-Programm wenden Sie sich bitte an:

Frau Ingrid Hähnel
Raum 1501.A209/2010 (Zwischentrakt)
Tel.: + 49 511 762 8270
E-Mail: ingrid.haehnelerasmus.uni-hannover.de