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15. Hannover PreMoot: Rückblick auf die erste "Virtual Hannover PreMoot Week"

15. Hannover PreMoot: Rückblick auf die erste "Virtual Hannover PreMoot Week"

© Institut für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA)

40 Nationen, 60 Teams, 496 Mooties und Coaches, über 190 Schiedsrichter, 7.200 Minuten Pleading. Aus der 2007 entstandenen Studierendeninitiative ist im Jahr 2021 die erste virtuelle Hannover PreMoot Week geworden, womit der sich der Hannover PreMoot zu einer der größten Veranstaltungen zur Vorbereitung auf den Willem C. Vis Moot weltweit entwickelt hat.

Vom 15. bis zum 20. Februar 2021 lud das Institut für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA) unter der Leitung von Professor Dr. Christian Wolf erstmals in Kooperation mit der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und der Stiftung für Internationale Rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) Teams von Universitäten aus rund 40 verschiedenen Ländern zum 15. Hannover PreMoot ein.

Während die Universität Hannover mit dem Hannover PreMoot ohnehin für eine hohe Gastfreundschaft bekannt war, konnte das Team um Professor Wolf die internationale Reichweite der Juristischen Fakultät und des Vis Moot Teams Hannover im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal deutlich ausbauen.

Tag 1-4: Die PreMoot-Konferenz

Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde die PreMoot Konferenz aufgrund der vielen Zeitzonen der Teilnehmenden und der virtuell besseren Möglichkeit zur Einbindung von hochkarätigen Referenten von einem auf vier Tage verlängert. Während der Konferenz teilten diese Sprecher aus der ganzen Welt ihr Wissen auf dem Gebiet der Schiedsgerichtsbarkeit und zu Themen der Rechtsstaatlichkeit in Vorträgen und Podiumsdiskussionen.

Der PreMoot begann mit Grußworten von Prof. Dr. Volker Epping (Präsident der Leibniz Universität Hannover), Dr. Frauke Bachler (Generaldirektorin der IRZ), Dr. Thomas Remmers (Vizepräsident der BRAK und Präsident der RAK Celle) und Prof. Dr. Christian Wolf (Geschäftsführender Direktor des IPA und verantwortlicher akademischer Leiter für den Willem C. Vis Moot Court in Hannover).

Zu den weltweit renommierten Sprechern der Hannover PreMoot Konferenz zählten in diesem Jahr u.a. Prof. Dr. Stefan Kröll (Professor für International Dispute Resolution an der Bucerius Law School in Hamburg und einer der Direktoren des Willem C. Vis Mot Court), Dr. Ulrich Wessels (Präsident der BRAK), Prof. Dr. Ingeborg Schwenzer (Dekanin der Swiss International Law School und Autorin eines bekannten Kommentars zum CISG), John Faulk (Rhetoriktrainer aus den USA), Dr. Victor von Essen (stellvertretender Generalsekretär der DIS), Dr. Karl J.T. Wach (Wach und Meckes und Partner), Marcel Wegmüller (Co-CEO und Mitgründer der Nivalion AG) und Harprabdeep Singh (Alan Leong SC's Chambers).

Zudem fanden sich unter den Referenten einige „Alumni“ des IPA, die selbst vor bis zu 15 Jahren am Willem C. Vis Moot unter der Aufsicht von Prof. Dr. Christian Wolf teilgenommen und mittlerweile den Weg in die professionelle Streitbeilegung gefunden haben: Dr. Nassim Eslami (Richterin und Pressesprecherin am VG Hannover), Nicola Zeibig, LL.M (Stockholm) (Linklaters), Alexandra Spuijbroek (DLA Piper), Jaschar Mirkhani (Latham & Watkins) und Dr. Sven Hasenstab (Partner bei BRANDI) konnten aktuelle sog. Mooties und externe Zuschauer mit Einblicken in Bereiche des internationalen Handelsschiedsrechts begeistern.

Tag 5 und 6: Die Verhandlungen

Nach vier Tagen interessanter Vorträge und Diskussionen konnten die Teams am Freitag und Samstag beeindruckende Rhetorikfähigkeiten unter Beweis stellen. In insgesamt 120 Verhandlungen traten jeweils zwei Universitäten vor einem Schiedsgericht aus 3 Schiedsrichtern gegeneinander an. Dabei galt es zu entscheiden, ob die Virusvektoren, die die Beklagte der Klägerin zur Vakzinproduktion geliefert hatte, mit einem exklusiven Nutzungsrecht einer Dritten Firma belastet sind.

Während die Teams dabei dieses Jahr im virtuellen Format mit neuen Herausforderungen konfrontiert waren, konnte sich der Hannover PreMoot auch die Vorteile zu Nutzen machen: So war es nicht nur möglich, die Anzahl der teilnehmenden Teams von 30 auf 60 zu verdoppeln, sondern auch Teams aus aller Welt, von Argentinien, über Iran, Irak, Indien, Indonesien, Sri Lanka bis hin nach Mexiko anzunehmen. Die Zeitverschiebung machte es notwendig, dass einige Teams mitten in der Nacht verhandeln mussten, sodass einige Mooties mit wenig Schlaf auskommen mussten, obwohl es an den Abenden entgegen aller Tradition kein Beisammensein mit Wein und Essen gab. Damit waren aber alle Teams schon einmal darauf vorbereitet, wie sich die Zeitverschiebung auch während der Wettbewerbe in Hong Kong und Wien auswirkt.

720 ausgefüllte und hochgeladene Bewertungensbögen und 7.200 Minuten exzellenter Pleadings später endete dann der Hannover PreMoot am Samstagabend.

Über den PreMoot

Anlass des Hannover PreMoot ist die Vorbereitung der internationalen Teams auf den größten Wettbewerb für Jurastudierende weltweit. Der Willem C. Vis Moot Court ist ein internationaler Wettbewerb auf dem Gebiet der internationalen Handelsschiedsgerichtsbarkeit, bei dem die Studierenden als Rechtsanwält:innen auftreten und ihre juristischen Schreib- und Rhetorikfähigkeiten in englischer Sprache üben.

Was ist der Willem C. Vis Moot?

Im Willem C. Vis Moot entsenden über 375 Universitäten aus der ganzen Welt ein Team, das sich mit den anderen Teams in den „Olympics of International Trade Law“ messen darf. Gegründet wurde der Vis Moot 1993 von Professor Eric Bergsten von der New Yorker Pace University, um das UN-Kaufrecht (CISG) zu promoten. Seitdem wird der Wettbewerb jährlich in Wien, seit 2003 parallel in Hong Kong als Vis East Moot Court ausgerichtet. Mehr erfahren Sie hier.

Verfasst von SH