• Zielgruppen
  • Suche
 

Das Projekt

Logo

Das Projekt “Internationale Reformforderungen zum Familienrecht und Rechtskämpfe des Frauenweltbundes 1830-1914” an der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover (Lehrstuhl für Zivilrecht und Rechtsgeschichte) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die vergleichende Analyse der von Frauenseite in unterschiedlichen Ländern sowie im Rahmen internationaler Vereinigungen geltend gemachten Reformforderungen zum Frauen- und Familienrecht. Hierzu werden nicht nur die Schriften des Frauenweltbundes (International Council of Women) und einschlägige internationale Frauenkongresse aus der Zeit vor Gründung des ICW ausgewertet, sondern auch die Forderungen ausgewählter nationaler Frauenbewegungen seit 1830.

Wer die internationale Frauenrechtsbewegung verstehen möchte, muß die Auswirkungen nationaler Rechtssysteme auf die rechtliche Stellung der Frau im Auge haben: Abweichende Programme der Frauenvereine in den jeweiligen Staaten sind oft genug Folge unterschiedlicher nationaler Rechte, namentlich im Recht der nichtehelichen Kinder sowie im Ehegüterrecht. Zudem sind es oft gerade die Forderungen von Frauenseite, die in einzelnen Nationen (beispielsweise im englischen Recht) zu frühen Änderungen des Familienrechts beitragen, welche wiederum in den Reformdiskursen anderer Länder rezipiert werden. In die Untersuchung einbezogen werden insbesondere die Rechtslage der Frau und darauf bezogene Reformbestrebungen in Frankreich, England, Deutschland, Skandinavien sowie den Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei werden insbesondere die Frau benachteiligende Rechtsnormen hinsichtlich ihrer Legitimation, den sozialen Wirkungen sowie den zugunsten der Frauen beabsichtigten Reformschritten berücksichtigt. Ziel der Untersuchung ist eine vergleichende Frauen- und Familienrechtsgeschichte, die den Blick sowohl für Besonderheiten der Emanzipationsbewegung in den einzelnen Staaten als auch für die Dynamik und Struktur internationaler Frauenorganisationen öffnet.